![]() www.clarefamilylearning.org | Ziel des Projekts English to support Parents of Primary School Children ist es, die literalen Fähigkeiten sowohl der Eltern als auch ihrer Kinder zu fördern. Es geht davon aus, dass die Föderung der Fähigkeiten der Eltern, ihre Kinder beim Lernen zu unterstützen, einen wichtigen Beitrag dazu leistet, dass die Kinder regelmäßig in die Schule gehen und in der Schule erfolgreich sind. Das Projekt arbeitet mit Formen des informellen Lernens. Angestrebt werden vor allem, dass die Eltern Lernen lernen, ihre Kommunikationsfähigkeiten verbessern, Problemlösekompetenzen und den Umgang mit digitalen Medien entwickeln sowie die Förderung von (inter-)kulturellem Bewusstsein. Lesen und Schreiben werden in die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Themen integriert, um die literalen Fähigkeiten auch der Eltern zu erweitern und ein allgemeines Interesse an Lernen zu fördern. Gemeinsame Aktivitäten der Eltern und der Kinder, vor allem aber der Wissenszuwachs der Eltern sowie diese als Lernende zu erleben, fördert die Lernaspirationen der Kinder. ZielgruppeEltern von Volksschulkindern mit Basisbildungsbedarf, Eltern, die aufgrund ihres Migrationshintergrunds geringe Englischkenntnisse haben TrägerinstitutionEnglish to support Parents of Primary School Children ist ein Projekt des Clare Family Learning Project (CFLP), einer Einrichtung zur Entwicklung von Family-Literacy- und Numeracy-Programmen, die durch das irische Department of Education and Science und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanziert wird. EntstehungDas Clare Family Learning Project (CFLP) wurde 1996 gegründet. Seit dem Jahr 2000 entwickelt das CFLP Literacy-Lernangebote, die auf den häuslichen Kontext der Familien als Lernumgebung abgestimmt sind. TutorInnen, die die Familien unterstützen, absolvieren eine dreitägige Ausbildung. Bis Anfang 2010 haben 457 Personen diese Schulung gemacht. Die Angebote von CFLP für Family Literacy sind vielfältig. Lese- und Schreibaufgaben sind in gemeinsame Gartenarbeit für Eltern und Kinder, Puppen basteln, Kochen mit wenig Geld, Nähen für die Familie usw. eingebettet. Taster Courses sind kurze Angebote zu Themen wie Sicherheit im Internet, Gesundes Kochen für die Familie, Autoreparatur oder Gesunde Familie. Diese Kurse sollen die Zielgruppen neugierig machen für die Teilnahme an weiteren Lernangeboten, in denen formellere Formen des Lernens angewendet werden. UmsetzungDas Projekt English to support Parents of Primary School Children wird seit 2007 an einer Volksschule mit 190 SchülerInnen (vier bis 13 Jahre alt), von denen 60 Kinder Roma sind, durchgeführt. Viele Eltern der Kinder dieser Schule sind nicht mit dem irischen Schulsystem vertraut und können mit Informationen der Schule wenig anfangen. Die Eltern vieler Zielgruppenfamilien verfügen über keinen Pflichtschulabschluss, weshalb es erforderlich ist, ihnen positive Lernerfahrung zu ermöglichen, damit sie auch andere Lernangebote in Betracht ziehen. Um gezielt Väter anzusprechen, werden z.B. an Samstagen Angebote gemacht wie Dads and Lads computers, oder fun science experiments. Die Eltern werden von der Lehrerin, die für den Kontakt zwischen Schule, Eltern und Gemeinde zuständig ist, angesprochen. Zusätzlich informieren Poster und Flyer in unterschiedlichen Programmen über das Projekt. Durch Mund-zu-Mund-Propaganda nehmen mittlerweile auch Eltern am Programm teil, deren Kinder nicht die Projektschule besuchen. Die Lehrerin, die mit den Eltern arbeitet, kennt diese aufgrund des engen Kontakts relativ gut, und weiß, was die Familien benötigen und mit welchen Themen sie motiviert werden können, um sich einzubringen. Die zentralen Lernelemente von English to support Parents of Primary School Children sind Englisch für Neuankömmlinge in Irland und so genannte Storybags. Die Themen der Kurseinheiten sind z.B. Fun Maths, Spiele zum Bauen und Basteln (Dad and Children Evening Classes) sowie zweisprachige und irische Storybags. Spielen, Reimen und Singen ist ein weiteres Element des Projekts. Es werden zusätzlich Kurse zu Gesundheit in der Familie, zu Fragen des sparsamen Haushaltens, aktive politische Beteiligung angeboten sowie Family Stories in a Box: In einer Schachtel werden Familiengeschichten, Objekte, Fotografien usw. als individuelles Mini-Museum zusammengestellt.[1] Das Programm wird während des Semesters durchgeführt. Jede Woche finden eineinhalb- bis zweistündige Kurse statt: Über eine Dauer von zehn bis zwölf Wochen im Zeitraum von September bis Weihnachten der Englischkurs, gefolgt von insgesamt 40 Kursstunden im Zeitraum von Jänner bis Juni. Der Storybag-Teil dauert üblicherweise sechs bis acht Wochen und umfasst insgesamt maximal zwölf Stunden. Die Kurse werden in der Schule durchgeführt. Mit den Eltern arbeiten LehrerInnen, die sich in den Bereichen Lernen in der Familie und Erwachsenenbildung weitergebildet haben. Es finden keine Tests oder anderweitigen Leistungsüberprüfungen statt was für viele Eltern eine Vorbedingung dafür ist, überhaupt am Projekt teilzunehmen. Der erste Teil des Kurses dauert bis Ende Oktober. Anschließend suchen sich die TeilnehmerInnen aus, welche Einheiten sie besuchen möchten. Diese Flexibilität verhindert, dass Familien von vornherein nicht am Programm teilnehmen, weil sie sich nicht über eine längere Zeit verpflichten möchten. Häufig wären aufgrund der Lebens- und Erwerbssituation der TeilnehmerInnen kontinuierliche wöchentliche Kursteilnehmen kaum möglich. An den Kursen nehmen jeweils zehn bis zwölf Erwachsene teil. Zusätzliche Angebote werden von den Eltern mit ihren Kindern besucht. Eine Reihe von Angeboten richtet sich dezidiert an Väter und ihre Kinder. Angebote zu Gartenbau (Growing together in the garden) richten sich im Besonderen an Roma-Familien. Das Programm arbeitet mit Formen des spielerischen Lernens und Lernens durch Erfahrung, gemeinsames Arbeiten und Peer-Learning. Es werden vor allem authentische Materialien verwendet (z.B. Schulmitteilungen, Briefe, Anleitungen und weitere Alltagstexte). Die Anbindung der Inhalte und didaktischen Methoden an den Alltag der Lernenden vermittelt ihnen Wertschätzung für ihre Lebensentwürfe und -kontexte, wodurch gegenseitiges Vertrauen aufgebaut wird. Die Eltern werden gezielt ermutigt, mit ihren Kindern zu lesen und ihnen vorzulesen, über Bücher zu sprechen, gemeinsam mit den Kindern Bibliotheken zu besuchen, die Erstsprache zu sprechen und mit der Schule zusammenzuarbeiten. Sie lernen, Bücher für ihre Kinder auszuwählen, zwischen unterschiedlichen Genres zu unterscheiden, Storylines und Erzähltechniken zu erkennen usw. Sie diskutieren darüber, welche Bücher Kindern gefallen, wie sie gemeinsam mit Kindern Bücher verwenden können und was Kinder beim Vorlesen oder gemeinsamen Bücherlesen alles lernen können. Die TeilnehmerInnen verbessern ihre eigenen Lernfähigkeiten und kommunikativen und literalen Kompetenzen und erwerben Wissen, wie sie ihre Kinder beim Lernen unterstützen können. Das Projekt leistet auf diese Weise einen wichtigen Beitrag zur Ermächtigung der Eltern und Kinder. Auch die Wahrnehmung der Wohnumgebungen der teilnehmenden Familien verändert sich im Zuge des Projekts: Lernen und Literalität finden ihren Platz im Alltag und im Umfeld der Familien. Evaluation: English to support Parents of Primary School Children wurde bisher nicht wissenschaftlich evaluiert. Die Rückmeldungen von Eltern, Kindern und LehrerInnen sind durchwegs sehr positiv. Der Großteil der Eltern, die am Programm teilgenommen haben, nehmen an in der Folge an weiteren Erwachsenenbildungsangeboten teil. Ein an diesem Projekt orientiertes Programm hat mittlerweile in Tosberg, Norwegen in veränderter Form als Digitally told gestartet. [1]Informationen zu den Inhalten werden auf der Webseite von CFLP aufgelistet: www.clarefamilylearning.org/courses/family_learning_and_english_for_speakers_of_other_languages_esol |