
| Projektdesign Eltern als LesepartnerInnenEltern verpflichten sich in einem schriftlichen Lesevertrag, drei Monate lang fünfmal pro Woche zehn bis fünfzehn Minuten mit dem eigenen Kind zu lesen.
Zielgruppe Klassenprojekt für 2.4. Klasse Volksschule, 1. Klasse HS/AHS und alle Eltern der SchülerInnen.
Ziele
- Steigerung der Lesebereitschaft und Lesegeläufigkeit bei allen Kindern der teilnehmenden Klasse.
- Verbesserung der basalen Lesekompetenz (Zusammenlauten und automatisches Worterkennen) vor allem bei leseschwachen Kindern.
- Bewusste Einbindung der Eltern in die Lesesozialisation und Erfahrung des Lesens als gemeinschaftsbildende Kommunikation.
Besondere Qualitäten dieses Modells
- Das Elternmodell ist die ideale Ergänzung zum schulischen Lesen.
- In diesem Modell werden Eltern verstärkt in die Leseförderung eingebunden und ihnen bewusst gemacht, dass das Vorlesen bzw. gemeinsame Lesen gerade in der Phase des Leseerwerbs wichtig ist und nicht mit dem Schuleintritt abgebrochen werden darf.
- Kinder erleben Eltern als Lesevorbilder und Gesprächspartner und eine Lesesituation abseits der verpflichtenden Hausaufgaben wird hergestellt.
- Vor allem aber ermöglicht das Elternmodell die ideale Trainingssituation für die SchülerInnen, vor allem auch für schwächere LeserInnen. Durch hohe Frequenz und kurze Einheiten konnte nach dem TutorInnenmodell die zweithöchste Steigerung der Lesekompetenz im basalen Bereich festgestellt werden.
Zeitbedarf Empfohlene Dauer des Projekts im Rahmen des Lesevertrags: 3 Monate; im Anschluss daran auf freiwilliger Basis so lang wie möglich Empfohlene Frequenz: mindestens 5-mal wöchentlich jeweils 15 Minuten Empfohlene Dauer der Leseeinheiten: 10 bis 15 Minuten
| Neben verbindlichen Vorgaben für die Projektdurchführung gibt es bei allen fünf
Projekten auch frei gestaltbare Elemente, um individuelle, dem Schulstandort
angepasste Lösungen zu entwickeln. Die genaue Einhaltung der Vorgaben für Vorbereitung und Durchführung wird dringend empfohlen, um
nachhaltige und messbare Ergebnisse zu erzielen: Die Empfehlungen und Rahmenbedingungen sollen der
Schule Anregungen für individuelle Gestaltung geben. |
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| VorbereitungVor Beginn des Projektes werden die Eltern in
einem Elternabend in das Projekt eingeführt. Bei diesem Elternabend
sind möglichst praxisnahe Informationen zu vermitteln (Themen:
Bedeutung der elterlichen Lesemotivation, Tipps für richtiges Vorlesen
bzw. gemeinsames Lesen, Information über Leseschwäche, Bücherauswahl;
auch scheinbar Selbstverständliches: Wie stellt man Fragen über das
Gelesene? Wie verbessert man Verlesungen?). Siehe: Tipps für Eltern, LehrerInnen und TutorInnen,
Elternarbeit in der Schule
Beim Elternabend ist auch zu
berücksichtigen, dass manche Eltern selbst mangelnde Lesepraxis oder
wenig Vorleseerfahrung haben. Für Eltern mit einer anderen Erstsprache
als Deutsch sollte ein/e DolmetscherIn zur Verfügung stehen. Empfehlenswert
ist das Angebot einer Musterlesestunde, an der die Eltern als stille
ZuhörerInnen teilnehmen können und die verschiedenen Verfahren des
Vorlesens (wechselseitiges Vorlesen, Fragestellen, Korrigieren von
Fehlern, Gespräch über das Gelesene) praktisch kennenlernen. Sinnvoll
ist es auch, den Eltern ein Info-Blatt mit allen wesentlichen
Informationen auszuteilen (Kopiervorlagen: Elternbriefe und Übersetzungen).
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| DurchführungLesevereinbarung Eltern
einer Schulklasse schließen mit ihren eigenen Kindern (und dem/r
LehrerIn) eine Lesevereinbarung: Sie verpflichten sich, über drei
Monate fünfmal pro Woche zehn bis fünfzehn Minuten mit dem Kind
gemeinsam zu lesen (Kopiervorlage: Lesevereinbarung). Diese
symbolische schriftliche Form erzeugt für alle Beteiligten eine höhere
Verbindlichkeit und Wertigkeit der Aktion.
Gestaltung der Leseeinheiten Wichtig ist die Einhaltung der Rahmenbedingungen für die gemeinsame Lesesituation, dazu gehören insbesondere:- Regelmäßigkeit (mindestens fünfmal wöchentlich) und kurze Einheiten (zehn bis fünfzehn Minuten)
- Wechsel der Lesemethoden: Eltern und Kinder lesen einander wechselseitig vor und reden über das Gelesene.
- Eltern korrigieren Verlesungen der Kinder. Kinder lesen mit den Eltern eventuell mit Finger oder Lineal mit.
Einmal
wöchentlich sollte das Projekt in der Klasse mit den SchülerInnen
thematisiert werden: Kinder erzählen von ihren Erfahrungen und
Lesefortschritten. Zu diesen Stunden können auch einzelne Eltern
geladen werden, die von ihren Erfahrungen erzählen oder selbst den
Kindern vorlesen. Am Ende des Projektes wird das Feedback der Eltern eingeholt, ein Abschluss-Elternabend ist empfehlenswert. Lesestoff Die
Wahl des Gelesenen sollte den Familien freistehen, eine vorherige
Beratung scheint aber sinnvoll. Eventuell kann im Rahmen des
Elternabends eine kleine Buchausstellung mit empfehlenswerten
Vorlesebüchern der entsprechenden Altersgruppe eingerichtet oder die
Entlehnung aus der Schulbibliothek organisiert werden. Nicht günstig
ist es, die Lesehausübung für das gemeinsame Lesen zu verwenden.
Erfolgskontrolle Eltern und Kinder führen ein gemeinsames Lesetagebuch zur Dokumentation (Kopiervorlage: Lesetagebuch).Empfehlenswert ist, vor und nach dem Projekt das SLS durchzuführen und die Eltern über die Ergebnisse zu informieren. Sinnvoll kann auch der Einsatz eines Elternfragebogens zur Selbstevaluierung sein (Kopiervorlage: Elternfragebogen).
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| Empfehlungen und RahmenbedingungenAnregungen zur individuellen Gestaltung Empfehlenswert
wäre es, wenn beim Elternabend ein/e LeseexpertIn teilnimmt, der/die
aus seiner/ihrer Sicht referiert, Fragen beantwortet und vor allem
Eltern schwächerer LeserInnen Tipps gibt. Vor allem
Eltern schwacher LeserInnen sollten vor Start des Projekts auf die
besondere Aufgabenstellung hingewiesen werden und spezielle Tipps
bekommen. Falls einzelne Eltern zur Mitarbeit nicht in
der Lage sind, sollte für das Kind Ersatz bereitgestellt werden. Das
können andere Verwandte sein (z. B. Großeltern) oder auch erwachsene
TutorInnen (z. B. LehramtsstudentInnen), die sich am Nachmittag zur
Verfügung stellen. Wichtig ist es, für Eltern eine Beratungs- bzw. Feedbackschleife einzubauen (z. B. per Telefon oder E-Mail). Eltern
und Kindern sollte falscher Leistungsdruck genommen werden. Das Projekt
darf nicht als gemeinsame Hausübung, sondern als positive, gemeinsame
Leseerfahrung empfunden werden. Darum ist es besonders wichtig, dass
keine verbindliche Schullektüre gelesen wird, sondern dass die Kinder
frei nach ihren Interessen wählen können. Bei schwachen LeserInnen
sollte auf möglichst einfache Lektüre geachtet werden. Es sollte auch
keine verbindlichen Umfangvorgaben geben, damit auf das individuelle
Lesetempo des Kindes eingegangen werden kann. Andererseits
sollte ein gewisses Maß an sportlichem Ehrgeiz gefördert werden. Die
Erfahrung, ein oder sogar mehrere Bücher gemeinsam geschafft zu haben,
ist die beste nachhaltige Motivation. Manche Projekte
berichten davon, dass während der gesamten Phase immer wieder die
Eltern in den Unterricht eingebunden waren und mehrmals gemeinsame
Lesestunden durchgeführt wurden (gemeinsame Bibliotheksbesuche,
Vorlesestunden, aber auch Projektstunden, in denen gemeinsam gemalt,
gebastelt etc. wurde). Der Abschluss kann in Form eines
gemeinsamen Lesefestes durchgeführt werden. Bei diesem Abschlussfest
könnten z. B. Leseurkunden verteilt, die Leseerfahrungen ausgetauscht,
gemeinsame Lesespiele gespielt werden. Das Projekt ist
uneingeschränkt auch für Kinder mit einer anderen Erstsprache als
Deutsch geeignet. Wenn die Eltern nicht ausreichend Deutsch sprechen,
können sie auch in ihrer Muttersprache vorlesen, wobei das Kind je
nach Sprachkenntnis auch in deutscher Sprache lesen kann.
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